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Aktion „Gegen Pneumokokken Impfen 60+"

2022-06-27 
 

Pneumokokken kommen bei etwa 5 – 20 % der Bevölkerung im Nasen-Rachen-Raum vor.1 Bei den meisten Menschen verursachen sie keine Symptome. Manchmal breiten sich die Bakterien jedoch im Körper aus und können dann unterschiedliche Krankheiten auslösen, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung oder eine Gehirnhautentzündung.2 Einige dieser Erkrankungen können einen schweren Verlauf nehmen oder sogar tödlich enden.2,3

Unter anderem sind ältere Personen und Kinder in den ersten beiden Lebensjahren besonders gefährdet für einen schweren Verlauf einer Pneumokokken-Erkrankung.2 Ab 60 Jahren treten beispielsweise durch Pneumokokken bedingte Lungenentzündungen häufiger auf: Jährlich erkranken in dieser Altersgruppe in Deutschland ca. 38.400 Menschen im Vergleich zu ca. 8.000 Fällen bei der Altersgruppe der 20- bis 59-Jährigen.3 Etwa 5.000 Menschen sterben in Deutschland jährlich an einer Lungenentzündung aufgrund von Pneumokokken.2 Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählen Pneumokokken-Infektionen weltweit zu den wichtigsten Todesursachen.4

Besonders schwerwiegend sind die sogenannten „invasiven Pneumokokken-Erkrankungen“. Davon spricht man, wenn sich Pneumokokken in Körperflüssigkeiten nachweisen lassen, in denen normalerweise keine Bakterien vorkommen (z. B. im Blut oder im Gehirnwasser). Die häufigsten invasiven Pneumokokken-Erkrankungen sind die Hirnhautentzündung (Meningitis) sowie eine Ausbreitung der Bakterien über den Blutkreislauf (Bakteriämie).2

Pneumokokken-bedingte Erkrankungen und Lungenentzündungen
Eine ausführlichere Darstellung zum Thema Pneumokokken mit Informationen zu Verbreitung, Ansteckung, Symptomen, Prävention und Behandlung finden Sie hier.

Niedrige Impfquoten in der Risiko-Zielgruppe 60+

Aufgrund des erhöhten Risikos für bestimmte schwer verlaufende Pneumokokken-Erkrankungen empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Pneumokokken-Impfung als Standardimpfung für Menschen über 60 Jahren.3,5 Darüber hinaus wird die Impfung gegen Pneumokokken allen Personen mit erhöhtem gesundheitlichem Risiko aufgrund von bestimmten Vorerkrankungen als Indikationsimpfung empfohlen, wie z. B. bei5

  • angeborenen oder erworbenen Immundefekten
  • sonstigen chronischen Krankheiten (z. B. des Herzens, der Atemwege und des Stoffwechsels)
  • anatomischen und Fremdkörper-assoziierten Risiken für Pneumokokken-Meningitis

Außerdem wird eine Impfung bei einem berufsbedingt erhöhten Risiko empfohlen.5
Mehr als die Hälfte der Menschen 60+ hat jedoch bisher noch nichts von der Empfehlung der Pneumokokken-Impfung als Standardimpfung ab 60 Jahren gehört.6 Die Impfquoten sind entsprechend niedrig: Nur etwa 2 von 10 Menschen sind in der Gesamtgruppe der 60- bis 73-Jährigen geimpft.7

Um insbesondere die Menschen in der Altersgruppe ab 60 auf das Pneumokokken-Risiko und die empfohlene Impf-Prophylaxe aufmerksam zu machen, zu informieren und zur Vorbeugung zu motivieren, startet MSD im Juni 2022 die Awareness-Kampagne „Gegen Pneumokokken Impfen 60+“. Die angesprochenen Patient:innen finden vertiefende Informationen auf www.pneumokokken-impfen.de.

Die Risiko-Zielgruppen erkennen und beraten

Um Sie bei der Identifizierung und Beratung von Patient:innen mit einem erhöhten Risiko für eine Pneumokokken-bedingte Erkrankung zu unterstützen, haben wir für Sie hier weiterführende Informationen vorbereitet:

Hier finden Sie übersichtlich die Pneumokokken-Impfempfehlungen der STIKO – wer, wie und wann geimpft werden sollte.

Hier finden Sie zusammenfassende bzw. vertiefende Informationen zu den Risikozielgruppen

Hier finden Sie beispielhaft weitere Impfempfehlungen für (fiktive) Patient:innen – Profile von Menschen mit besonderem Risiko und Gesunden über 60

 

Grippezeit: Dem Risiko Ko-Infektion vorbeugen

Pneumokokken-Impfungen für Risiko-Zielgruppen wie die Altersgruppe 60+ sind zu jeder Jahreszeit ein wichtiger Baustein der Prophylaxe.5 Doch in der Grippezeit kommt das Risiko einer Ko-Infektionen von Influenzaviren und Pneumokokken hinzu. Diese Ko-Infektionen können zu besonders schweren Verläufen der Influenza führen.8 Insbesondere Sekundärinfektionen mit Pneumokokken beeinflussen die Influenza-Morbidität und -Mortalität während Grippewellen.9

Über Ko-Infektionen und Ko-Impfung
Erfahren Sie mehr über die zugrundeliegenden Ursachen von schweren Verläufen bei Ko-Infektionen.

 

Die Identifizierung und Beratung von Menschen mit besonderem Risiko für Pneumokokken-bedingte Erkrankungen ist das ganze Jahr über ein wichtiger Beitrag, um das Risikobewusstsein der Patient:innen zu fördern.

 

Quellen

1.
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. AMR Nr. 6.7 Pneumokokken-Impfung als Bestandteil der arbeitsmedizinischen Vorsorge bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durch Schweißen und Trennen von Metallen. Online verfügbar unter https://www.baua.de/DE/Angebote/Rechtstexte-und-Technische-Regeln/Regelwerk/AMR/AMR-6-7.html (Letzter Zugriff 01.06.2022).
2.
Robert Koch-Institut (RKI). Schutzimpfung gegen Pneumokokken: Häufig gestellte Fragen und Antworten. Stand 23.06.2020. Online verfügbar unter https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Pneumokokken/FAQ-Liste_Pneumokokken_Impfen.html (Letzter Zugriff 30.05.2022)
3.
Robert Koch-Institut (RKI). Wissenschaftliche Begründung für die Aktualisierung der Pneumokokken-Impfempfehlung für Senioren. Epid Bull 2016;36:351–384.
4.
Lungeninformationsdienst. Lungenentzündung (Pneumonie). Online verfügbar unter https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/lungenentzuendung/index.html (Letzter Zugriff 07.06.2022).
5.
Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut 2022. Epid Bull 2022;4:3–66
6.
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Infektionsschutz. BZgA-Forschungsbericht; Stand April 2021.
7.
Robert Koch-Institut (RKI). Impfquoten bei Erwachsenen in Deutschland – Aktuelles aus der KV-Impfsurveillance. Epid Bull 2021;50:3–22.
8.
Robert Koch-Institut (RKI). RKI-Ratgeber. Influenza (Teil 1): Erkrankungen durch saisonale Influenzaviren. Stand 19.01.2018. Online verfügbar unter https://www.rki.de/DE/Ratgeber_Influenza_saisonal.html (Letzter Zugriff 16.05.2022).
9.
Verma AK et al. Influenza Infection Induces Alveolar Macrophage Dysfunction and Thereby Enables Noninvasive Streptococcus pneumoniae to Cause Deadly Pneumonia. J Immunol. 2020;205(6):1601–1607.