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Impfempfehlungen bei rheumatoider Arthritis: Andreas L.*

2022-04-07 
 

Bei Andreas L.* ist seit 6 Jahren eine rheumatoide Arthritis bekannt. Der 51-jährige ist zur subkutanen Medikamentengabe regelmäßig in der Hausarztpraxis. Diese Woche hat er seinen Impfausweis im Gepäck. Welche Impfungen ihm fehlen und welche Empfehlungen für ihn gelten, hier!

Andreas L

Andreas L.* aus M.

  • 53 Jahre
  • Berufstätig als Versicherungskaufmann
  • Verheiratet
  • Eine Tochter
  • Treibt, wenn möglich, leichten Sport (Walking, Spazieren)
  • Rheumatoide Arthritis (Erstdiagnose vor 6 Jahren)
  • Häufig Schmerzen und Gelenkschwellungen in den Extremitäten1
  • Behandlung mit Schmerzmitteln1 und Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken2
  • Regelmäßige Bewegungstherapie1

Immer wieder donnerstags...

Es ist noch früh am Donnerstagmorgen: Regelmäßig kommt Andreas L. vor Arbeitsbeginn in die hausärztliche Schwerpunktpraxis von Linda W., um dort die subkutane Injektion seiner Medikamente durchführen zu lassen. Seit mittlerweile 6 Jahren ist eine rheumatoide Arthritis bei ihm bekannt – an die regelmäßigen Arztbesuche und die Medikamente hat er sich inzwischen gewöhnt.

Bei seinem letzten Besuch sprach ihn eine der freundlichen medizinischen Fachangestellten auf das Thema Impfungen an. „Bringen Sie doch beim nächsten Mal Ihren Impfausweis mit! Wir schauen im Rahmen unseres neuen Impfmanagement-Systems jetzt noch regelmäßiger nach, ob bei unseren Patient:innen noch Impfungen ausstehen.“

„In dieser Praxis wird sich wirklich gut um die Patient:innen gekümmert“, denkt Andreas L. und übergibt gleich zur Begrüßung seinen Impfausweis an die herzlich lächelnde medizinische Fachangestellte. „Frau Doktor W. wird sich den Impfausweis ansehen und Ihnen beim nächsten Termin mitteilen, ob und welche Impfungen ausstehen.“

Der Impfstatus von Andreas L.

Am Freitagnachmittag gleicht Linda W. die Einträge in Andreas' Impfausweis mit den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) ab:

  • Tetanus, Diphtherie, Pertussis: Hier hat Andreas L. vor 3 Jahren eine Auffrischimpfung erhalten, der Impfschutz besteht entsprechend noch eine Weile.3
  • Poliomyelitis: Hier hatte die Grundimmunisierung bei Andreas L. stattgefunden, Auffrischimpfungen sind ebenfalls in seinem Impfausweis eingetragen – kein Handlungsbedarf.3
  • Masern: Andreas L. hatte eine Masernerkrankung in der Kindheit und wurde vor dem Jahr 1970 geboren3 – auch hier kein Handlungsbedarf.
  • Herpes zoster: Für Personen ≥ 50 Jahre mit rheumatoider Arthritis gibt es die Empfehlung zur Indikationsimpfung. Andreas L. hat diese Impfung erhalten.3
  • Influenza: Es besteht eine Empfehlung für die Indikationsimpfung aufgrund seiner erworbenen Immunschwäche, denn er bekommt ja eine Therapie, die das Immunsystem unterdrückt. Hier hat Andreas L. in den letzten Jahren 1x jährlich eine Impfung erhalten. Auch aus dem laufenden Jahr hat er einen Eintrag aus der Praxis.3
  • Pneumokokken: Aufgrund seiner Immunsystem unterdrückenden Therapie besteht für Andreas L. eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung für Pneumokokken-Krankheiten. Daher empfiehlt die STIKO die Indikationsimpfung gegen Pneumokokken.3 Diese ist nicht im Impfausweis von Andreas L. eingetragen. Linda W. macht sich eine Notiz in seiner Akte: „Impfaufklärung und Impfung gegen Pneumokokken beim nächsten Termin mit durchführen.“

Nach welchem Schema erfolgt die Indikationsimpfung gegen Pneumokokken bei Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten?

Tabelle 1: Impfschema zur Indikationsimpfung gegen Pneumokokken bei Personen mit bestimmten Grunderkrankungen. Tabelle erstellt von MSD nach [3].

Noch mehr Informationen über die Pneumokokken-Impfung und die von der STIKO empfohlenen Impfschemata erhalten Sie in unserer praktischen Klappkarte, hier!

Diese fiktive Patientenkasuistik dient als Beispiel und kann bei jedem Patienten bzw. jeder Patientin individuell abweichen.

* fiktives Patientenbeispiel

Quellen

1.
AWMF Leitlinie. Interdisziplinäre S3-Leitlinie: Management der frühen rheumatoiden Arthritis. AWMF-Registernummer: 060-002. Stand: 18.12.2019. Abrufbar unter: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/060-002.html [eingesehen am 19.01.2022].
2.
AWMF Leitlinie. S2e-Leitlinie: Therapie der rheumatoiden Arthritis mit krankheitsmodifizierenden Medikamenten. AWMF-Registernummer: 060-004. Stand: 01.04.2018. Abrufbar unter: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/060-004.html [eingesehen am 19.01.2022].
3.
Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI 2022. Epid Bull 2022;4:3-66.