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Impfempfehlung bei Typ-2-Diabetes: Patient Jan.*

2022-03-31 
 

Jan M.*, der sympathische Busfahrer mit Typ-2-Diabetes, ist der Liebe wegen in eine andere Stadt gezogen. Seine neue Hausärztin überprüft, wie es um seinen Impfschutz bestellt ist. Was ihr dabei auffällt und welche Impfempfehlungen für Menschen mit Typ-2-Diabetes gelten, hier!

Jan M.

Jan M.* aus H.

  • 49 Jahre
  • Nichtraucher
  • Liiert
  • Berufstätig, Busfahrer: Sitzende Tätigkeit, kaum körperliche Aktivität
  • Größe 1,73 m, Gewicht 89 kg → BMI 29,7 kg/m2 (übergewichtig)
  • Diabetes mellitus Typ 2, seit 4 Jahren diagnostiziert (HbA1c aktuell: 8,1 %)1
  • Familienanamnese: Vater und älterer Bruder mit T2DM
  • Arthrose der Kniegelenke (beidseits)2: Belastungs-/Bewegungsschmerz3
  • Medikamentöse Therapie seines Typ-2-Diabetes1
  • Beim nächsten Termin: Impfgespräch & ggf. Pneumokokken-Indikationsimpfung

Was bisher geschah

Nach dem Umzug zu seiner Freundin in eine neue Stadt, hat Jan M. schnell eine neue Arbeitsstelle als Busfahrer gefunden. Als Typ-2-Diabetiker musste er auch nicht lange nach einer neuen Hausarztpraxis für seine regelmäßigen Kontrolltermine suchen: Seine Freundin empfahl ihm ihre kompetente Hausärztin. Nicht verwunderlich also, dass beim 1. Termin in der neuen Praxis sein Typ-2 Diabetes mellitus (T2DM) im Fokus steht. Die engagierte Ärztin fragt darüber hinaus auch, ob er seinen Impfausweis dabeihabe. Das ist leider nicht der Fall, Jan reicht diesen aber am nächsten Tag nach.

Der Impfstatus von Jan M. auf dem Prüfstand

Am Nachmittag gleicht die Hausärztin die Einträge im Impfausweis des 49-Jährigen systematisch mit den aktuellen Impfempfehlungen der STIKO ab und hakt gedanklich die einzelnen Punkte ab:

  • Tetanus, Diphtherie, Pertussis: Hier hat Jan M. vor 3 Jahren eine Auffrischimpfung erhalten, der Impfschutz besteht also noch.4
  • Poliomyelitis: Hier hat die Grundimmunisierung bei Jan M. stattgefunden und Auffrischimpfungen sind ebenfalls vermerkt, also kein Handlungsbedarf.4
  • Masern: Jan M. ist nach 1970 geboren und hat laut Eintragungen im Impfausweis auch vor einem Jahr eine Impfung mit einem MMR-Impfstoff erhalten.4
  • Influenza: Es besteht sowohl eine Empfehlung für die Indikationsimpfung aufgrund seines Typ-2-Diabetes, als auch eine berufliche Indikation – als Busfahrer hat er einen Arbeitsplatz mit umfangreichem Publikumsverkehr. Hier hat Jan M. in den letzten Jahren einmal jährlich eine Impfung bekommen. Auch im laufenden Jahr4 hat er einen Eintrag seines betriebsärztlichen Dienstes für die Impfung im Impfausweis.
  • Pneumokokken: Aufgrund seines medikamentös behandelten Typ-2-Diabetes hat Jan M. eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung für Pneumokokken-Krankheiten. Daher empfiehlt die STIKO für Menschen mit einem medikamentös behandelten Typ-2-Diabetes die Indikationsimpfung gegen Pneumokokken.4 An dieser Stelle ist noch keine Impfung in Jans Impfausweis eingetragen. Die Ärztin macht eine Notiz in seiner Akte: Impfaufklärung und Impfung gegen Pneumokokken beim nächsten Termin durchführen.

Nach welchem Schema erfolgt die Indikationsimpfung gegen Pneumokokken bei Menschen mit chronischen Grunderkrankungen, wie z. B. einem Typ-2-Diabetes?

Tabelle 1: Impfschema zur Indikationsimpfung gegen Pneumokokken bei Personen mit bestimmten Grunderkrankungen. Tabelle erstellt von MSD nach [4].

Noch mehr Informationen über die Pneumokokken-Impfung und die von der STIKO empfohlenen Impfschemata erhalten Sie in unserer praktischen Klappkarte, hier!

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Diese fiktive Patientenkasuistik dient als Beispiel und kann bei jedem Patienten individuell abweichen.

* fiktives Patienten- und Arztbeispiel

 

Quellen

1.
Landgraf R et al. Therapie des Typ-2-Diabetes. Praxisempfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Diabetologie. 2021;16 (Suppl 1): S168-S206. DOI: 10.1055/a-1394-2313.
2.
Raud B et al. Level of obesity is directly associated with the clinical and functional consequences of knee osteoarthritis. Sci Rep. 2020;10(1):3601. DOI: 10.1038/s41598-020-60587-1.
3.
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC). S2k-Leitlinie Gonarthrose. Stand 18.01.2018. AWMF Registernummer: 033-004. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/033-004.html [eingesehen am 19.01.2022].
4.
Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI 2022. Epid Bull 2022;4:3-66.