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Impfempfehlungen für Gesunde 60+: Johanna F.*

2022-03-22 
 

Die 61-jährige Hobbytänzerin Johanna F.* könnte kaum glücklicher sein: Sie bekommt ihr erstes Enkelkind! Dass sie bald mit einem Neugeborenen zu tun haben wird, veranlasst sie, ihren Impfstatus von ihrem Hausarzt überprüfen zu lassen. Welche Impfempfehlungen für sie gelten, verraten wir hier!

Johanna F

Johanna F.* aus B.

  • 61 Jahre
  • Berufstätig als Sachbearbeiterin
  • Verheiratet
  • 2 erwachsene Kinder
  • BMI: 22,0 kg/m2 (normalgewichtig)
  • Treibt regelmäßig Sport (Laufen, Tanzgruppe)
  • Keine chronischen Erkrankungen
  • Wird zum 1. Mal Großmutter und möchte ihren Impfschutz aktualisieren lassen

Tanzen vor Glück

Johanna F. ist ganz aus dem Häuschen: Ihre ältere Tochter ist schwanger und sie wird zum ersten Mal Oma. Die 61-Jährige freut sich schon, auf ihr zukünftiges Enkelkind aufzupassen und es zu verwöhnen. Auch ihr Ehemann blickt erfreut in die Zukunft als Opa. Bei ihrem gemeinsamen Hobby, der Tanzgruppe, schwingen beide an diesem Abend besonders ausgelassen das Tanzbein und erzählen den anderen Tänzer:innen von ihrem Glück.

Die Rentnerin Gitta H.*, ebenfalls Mitglied der Tanzgruppe, war bis vor kurzem noch medizinische Fachangestellte in einer gynäkologischen Praxis und freut sich mit Johanna F. und ihrem Mann: „Herzlichen Glückwunsch ihr beiden! Das sind ja tolle Nachrichten, darauf müssen wir anstoßen!“

Nach einem kurzen Gespräch über die Freuden des Großelterndaseins bringt Gitta H. das Thema Impfungen zur Sprache: „Seid ihr eigentlich vollständig geimpft? Bei Kontakt mit Schwangeren und Neugeborenen kann man doch eigentlich nie vorsichtig genug sein. Lasst das doch mal bei eurem Hausarzt überprüfen.“

Johanna F. würde bereits jetzt alles für ihr Enkelkind tun und zögert nicht lange. Gleich am nächsten Tag bringt sie ihren Impfausweis in die Praxis ihres Hausarztes Christian B. Ihr Mann tut es ihr gleich und schaut bei seiner Hausärztin vorbei.

Der Impfausweis von Johanna F. auf dem Prüfstand

Der junge Hausarzt, Christian B*., steht zufällig am Empfang der Praxis, nimmt den Impfausweis von Johanna F. gleich persönlich entgegen und gratuliert ihr. „Ich werde im Anschluss an die Sprechstunde nachsehen, welche Impfungen bei Ihnen möglicherweise noch fehlen“, verspricht er.

Und so gleicht der gewissenhafte Hausarzt die Einträge im Impfausweis von Johanna F. mit den Empfehlungen der STIKO ab:

  • Tetanus, Diphtherie, Pertussis: Hier hat Johanna F. vor 2 Jahren eine Auffrischimpfung erhalten, der Impfschutz ist entsprechend noch für eine Weile gültig.1
  • Poliomyelitis: Die Grundimmunisierung hat bei Johanna F. stattgefunden und Auffrischimpfungen sind ebenfalls erfolgt – es besteht kein Handlungsbedarf.1
  • Masern: Johanna F. hatte eine Masernerkrankung in der Kindheit und ist vor dem Jahr 1970 geboren1 – auch hier ist kein Handlungsbedarf.
  • Herpes zoster: Für Personen ≥ 60 Jahre gibt es eine Impfempfehlung: Johanna F. hat diese Impfung bereits erhalten.1
  • Influenza: Es besteht eine Impfempfehlung für Personen ≥ 60 Jahre. Johanna F. hat im letzten Jahr ihre 1. Standardimpfung gegen Influenza bekommen. Im Herbst ist die nächste Impfung fällig.1 Er macht eine entsprechende Notiz, damit seine Mitarbeiterin einen Termin zur Impfaufklärung und Impfung vereinbart.
  • Pertussis: Enge Haushaltkontaktpersonen (z. B. Eltern, Geschwister, Freunde) und Betreuende (z. B. Tagesmütter, Babysitter, ggf. Großeltern) eines Neugeborenen sollen alle 10 Jahre 1 Dosis Pertussis-Impfstoff erhalten – nach Möglichkeit spätestens 4 Wochen vor dem voraussichtlichen Entbindungstermin.1 Beim Blick in den Impfausweis der werdenden Großmutter Johanna F. stellt der Hausarzt schnell fest: Hier hat vor 2 Jahren eine Auffrischimpfung stattgefunden. Es muss vorerst also nicht erneut geimpft werden.
  • Pneumokokken: Die STIKO empfiehlt für Personen ≥ 60 Jahre die Impfung gegen Pneumokokken.1 Diese ist noch nicht im Impfausweis von Johanna F. vermerkt. Christian B. macht sich eine Notiz in der Akte von Johanna F.: Termin zur Impfaufklärung und Impfung gegen Pneumokokken vereinbaren.

Christian B. klappt den Impfausweis zu und gibt den Auftrag für die Terminvereinbarungen direkt an seine medizinischen Fachangestellten weiter.

Nach welchem Schema erfolgt die Impfung gegen Pneumokokken bei gesunden Erwachsenen?

Tabelle 1: Impfschema zur Standardimpfung gegen Pneumokokken bei Personen ≥ 60 Jahre. Tabelle erstellt von MSD nach [1].

 

Noch mehr Informationen über die Pneumokokken-Impfung und die von der STIKO empfohlenen Impfschemata erhalten Sie in unserer praktischen Klappkarte, hier!

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Diese fiktive Patientinnenkasuistik dient als Beispiel und kann bei jeder Patientin individuell abweichen.

* fiktives Patientinnen- und Arztbeispiel

 

Quellen

1.
Robert Koch-Institut (RKI). Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am RKI 2022. Epid Bull 2022;4:3-66